Diätplan nach Genen

Zu sehen ist Obst.

DNA-Analysen nehmen die Gene in den Blick. Foto: AdobeStock

Was bringen DNA-basierte Ernährungstipps?

 

Wie der eigene Körper in Bezug auf Ernährung funktioniert, davon haben viele Menschen eine grobe Ahnung: Der eine weiß, dass er Linsen schlecht verträgt, die andere kennt ihre abendlichen Heißhunger-Attacken leider nur zu gut. Doch wie wäre es, bis ins Detail zu wissen, wie der eigene Körper tickt? Was er gut verstoffwechselt und mit welchen Lebensmitteln er Schwierigkeiten hat?

Es gibt einige Firmen, die solche Erkenntnisse versprechen. Sie bieten Ernährungspläne auf Basis von DNA-Analysen an. Oft werben sie mit dem Versprechen, dass Anwender*innen so ihrem Wunschgewicht näherkommen. „Dieser individuelle Ansatz spricht damit natürlich auch Menschen an, bei denen andere Wege zur Gewichtsabnahme bislang nicht funktioniert haben“, sagt Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen.

Lieber Quark oder Brötchen am Morgen?

Die Anbieter argumentieren, dass Körper in ihren Bedürfnissen und Eigenschaften ganz unterschiedlich beschaffen seien. Folgt man dieser Logik, stoßen allgemeine Ernährungsempfehlungen zwangsläufig an ihre Grenzen. „Man kann nicht erfühlen, was für den eigenen Körper gut funktioniert - abgesehen von offensichtlichen Symptomen wie Bauchschmerzen“, sagt Olaf Schneider, Geschäftsführer und Gründer des Gesundheitsunternehmens cerascreen, das Selbsttests anbietet. Vor diesem Hintergrund seien DNA-Analysen aufschlussreich. Etwa um herauszufinden, wie gut man Proteine, Fette oder Kohlenhydrate verstoffwechseln könne. So kann sich beispielsweise herausstellen, dass Quark am Morgen für den eigenen Körper die bessere Wahl ist als ein Brötchen.

Gene mit Einfluss auf den Stoffwechsel

DNA-Analysen nehmen die Gene in den Blick. In ihnen sind nicht nur körperliche Merkmale wie Augen- oder Haarfarbe festgeschrieben, sondern auch Informationen über Stoffwechsel oder Hunger- und Sättigungsgefühl hinterlegt. So ist etwa bekannt, dass das sogenannte FTO-Gen in bestimmten Ausprägungen das Risiko für Übergewicht erhöhen kann. Doch viele Fragen sind noch offen.

Die Rolle des Lebensstils

Dazu kommt: Auch der Lebensstil spielt eine Rolle, wenn es darum geht, ob die gewünschten Kilos verschwinden. „Fehlende Bewegung etwa lässt sich nicht uneingeschränkt durch die Ernährung kompensieren“, sagt cerascreen-Geschäftsführer Schneider. Man muss demnach auch bereit sein, an seinem Verhalten etwas zu ändern. Die Kosten für einen Stoffwechsel-Test liegen - je nach Anbieter - bei rund 150 bis 300 Euro. Wie der Preis ausfällt hängt auch davon ab, ob ein persönliches Ernährungscoaching inbegriffen ist oder man lediglich einen Bericht samt Ernährungsempfehlungen erhält.