loading

Nachrichten werden geladen...

90‐Jähriger Horst Maar für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

v.l.: Horst Maar erhält von Jörg Mannigel (Geschäftsführer des Diakonieverbands Göttingen-Münden) das Goldene Kronenkreuz Foto: Jeanine Rudat
v.l.: Horst Maar erhält von Jörg Mannigel (Geschäftsführer des Diakonieverbands Göttingen-Münden) das Goldene Kronenkreuz Foto: Jeanine Rudat

Göttingen. Horst Maar ist mit dem Goldenen Kronenkreuz geehrt worden. Erhalten hat der Göttinger die Auszeichnung an seinem 90. Geburtstag für sein ehrenamtliches Engagement. Über Jahrzehnte hat sich Maar für karitative Zwecke eingesetzt, z.B. bei der Straßensozialarbeit Göttingen für Wohnungslose, bei der Tobiasbruderschaft des Kirchenkreises Göttingen‐Münden für die Beerdigung von Menschen ohne Angehörige und auch bei der Göttinger Tageblatt‐Aktion „Keiner soll einsam sein“. Das Goldene Kronenkreuz wird im Namen der Diakonie Deutschland für langjährige Dienste in der Diakonie verliehen. Jörg Mannigel, Geschäftsführer des Diakonieverbands Göttingen‐Münden, lobte Maar bei der Übergabe als eine besondere Person, die seine Mitmenschen immer unterstützend im Blick hatte und immer noch hat. „Er hat sich insbesondere den Menschen zugewandt, an denen viele andere täglich vorbei gehen. Er sprach die Menschen an und hatte immer ein offenes Ohr für ihre Nöte und persönliche Situation. Ich habe einen großen Respekt vor seiner Lebensleistung.“

„Horst Maar hat sich für die Straßensozialarbeit des Diakonieverbandes Göttingen‐Münden etliche Jahre ehrenamtlich sehr stark eingesetzt“, erklärt Straso‐Leiter Mike Wacker. „Die Gäste der Straso sind überwiegend Menschen, die wohnungs‐, obdachlos und von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Alle eint durchweg, dass sie sich in besonderen Lebenslagen verbunden mit sozialen Schwierigkeiten befinden, sich also in einer existenziellen Notlage befinden. Herr Maar war fast jeden Tag in der Straso und stand allen Gästen mit seiner offenen und warmherzigen Art mit Rat und Tat zur Seite. Er hörte nicht nur interessiert zu, sondern übernahm auch praktische Aufgaben für diese Menschen, zum Beispiel Fahrdienste oder Einkäufe. Er war ein Alltagsbegleiter, auf den man sich immer zu 100 Prozent verlassen konnte. Herr Maar war immer die gute Seele der Straso und half an unzähligen Stellen vielen Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren.“

Bei der Tobiasbruderschaft wurde er 2009 direkt in den Sprecherrat gewählt, berichtet Tobiasbruder Werner Prieß. „Bis 2018 hat er sich intensiv um die Belange der Bruderschaft gekümmert. Sein besonderes Augenmerk galt der Verbindung zwischen der Straso und der Bruderschaft. Er informierte über Verstorbene, die bei der Straso bekannt waren und gab so wichtige Hinweise für die die Trauerfeier Leitenden. Aber auch so hielt er besonderen Kontakt zu den Mitarbeitenden in der Friedhofsverwaltung. Es war ein eher stilleres aber intensives Kümmern, da wo er bemerkte, dass etwas getan, geregelt oder verändert werden müsste.“ Wolfgang Stoffel erinnert sich gerne, wie er Horst Maar im Rahmen der Weihnachts‐Hilfsaktion des Göttinger Tageblatts „Keiner soll einsam sein“ kennengelernt hat. „Es muss 1989 gewesen sein beim offenen Heiligabend in der Göttinger Stadthalle. Ich selbst musste damals überraschend und unerwartet für einen erkrankten Tageblatt‐Kollegen als Veranstalter innerhalb weniger Stunden einspringen und kam in eine Stadthalle, wo mich eine Schar von wenig erwartungsvollen Helferinnen und Helfern erwartete. Da ist es sehr hilfreich, wenn einer dabei ist, der mit einiger Erfahrung und Souveränität die Herausforderungen einer solchen Veranstaltung kennt. Dieser eine war viele Jahre lang immer wieder Horst Maar. Er war der freundliche Gastgeber für alle Weihnachtsgäste, der allen Helferinnen und Helfern ein Vorbild an guter Laune und Zugewandtheit war. Er hat so die Bedeutung dieses christlichen Festes für Weihnachtsgäste aller Religionen erlebbar gemacht. Er betreute immer die, denen es am schlechtesten ging und bei denen nicht jedem gutwilligen Helfer der Kontakt leichtfiel. Helfer und Gäste erlebten fröhliche Weihnachten dank Horst Maar. Mit seinem Engagement blieb keine und keiner allein gelassen am Heiligabend zurück.“