Es ist Punkt 12 Uhr mittags als die ersten Transporter vor der Mehrzweckhalle Grone anrollen: Heckklappen öffneten sich, gerahmte Bilder, Silberbesteck und kleine, unscheinbare Schatullen kommen zum Vorschein. Der Andrang ist groß. Menschen aus dem gesamten Landkreis sind nach Göttingen gekommen, um Antiquitäten und Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit auf ihren Wert prüfen zu lassen. Mittendrin: Bares für Rares TV-Star Fabian Kahl gemeinsam mit seinem Bruder Tobias. Konzentriert, offen, fast beiläufig begutachtet er Schmuck, Porzellan und Erbstücke, stellte Fragen, erklärte, wiegt ab.
Für viele Besucher ist es mehr als eine Schätzung – es ist eine Reise in die eigene Familiengeschichte. So auch für Familie Kruse, die die Halle sichtlich erleichtert verläßt. Das „Familiensilber“, über Generationen weitergegeben, wechselte für rund 3000 Euro den Besitzer. „Wir sind happy“, sagt eine der Töchter, „es lag nur noch im Schrank.“ Organisiert hatte das Wochenende der Göttinger Jörg Sternberg und Christian Walter von der Score Gallery. „Jörg war mehrere Male zu Gast auf Schloss Brandenstein, daher kennen wir uns“, erzählt Fabian Kahl lächelnd. „Ich freue mich, dass es geklappt hat und Fabian nach Göttingen gekommen ist“, betont Jörg Sternberg.

Fabian, Tobias Kahl und Martina Frigge-Filbir vom Stadtradio Göttingen.
Schätze aus dem Schrank ans Licht geholt
Für Kahl ist die Veranstaltung in Göttingen kein Neuland. Aufgewachsen auf einem Umgebindehof im thüringischen Oberoppurg, verbrachte Fabian Kahl einen Teil seiner Jugend auf Schloss Brandenstein in Ranis. Das Anwesen befindet sich seit dem Jahr 2000 im Besitz seiner Familie und ist zugleich Wohnort und Arbeitsplatz – denn dort betreibt die Familie ihren Antiquitätenhandel. Später wurde Leipzig für mehr als ein Jahrzehnt sein Lebensmittelpunkt, ehe ihn die Wege wieder häufiger quer durch Deutschland führten. Heute ist Fabian Kahl viel unterwegs. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder Tobias besucht er private Haushalte, schätzt Schmuckstücke, Kunst und Mobiliar und kauft besondere Objekte an – ein einge- spieltes Team.
Auch in Grone zeigte sich einmal mehr, was den Reiz solcher Veranstaltungen ausmacht: die Mischung aus Hoffnung, Nostalgie und der Erkenntnis, dass manches Alte nicht nur Erinnerungswert, sondern auch echten Wert besitzt.