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Grusel mit Herz - Halloweenhaus in Weende öffnet zum vorerst letzten Mal

Steven Nofz und Dominic Nohl verwandeln ihr Zuhause zu Halloween wieder in ein schauriges Spektakel. Fotos: AP
Steven Nofz und Dominic Nohl verwandeln ihr Zuhause zu Halloween wieder in ein schauriges Spektakel. Fotos: AP

Göttingen-Weende. Wenn unheimliche Gestalten aus der Dunkelheit auftauchen, gruselige Geräusche durch die Nacht hallen und sich mutige Besucher durch ein schauriges Labyrinth wagen, dann ist in Göttingen-Weende wieder Halloweenzeit. Was Steven Nofz und Dominic Nohl Jahr für Jahr auf die Beine stellen, ist längst mehr als ein liebevoll geschmücktes Privathaus. Ihr Halloweenhaus in der Karl-Grüneklee-Straße ist zu einer Attraktion geworden, die Tausende Menschen anzieht – und gleichzeitig einem ganz besonderen guten Zweck dient. 

Seit sechs Jahren sammeln die beiden mit ihrer außergewöhnlichen Aktion Spenden für die Kinderpalliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Knapp 40.000 Euro sind dabei insgesamt zusammengekommen. Allein im vergangenen Jahr waren es beeindruckende 12.000 Euro.

Ein ganzes Haus wird zur Geisterwelt

Bereits Mitte September beginnen Steven und Dominic mit den Vorbereitungen. Wochenlang wird gebastelt, gebaut, dekoriert und umgestaltet. Dabei sieht das Halloweenhaus jedes Jahr anders aus. Viele der schaurigen Figuren und Kulissen entstehen in aufwendiger Eigenarbeit. Andere Dekorationen werden eigens angefertigt und sogar aus den USA bestellt.  Wie viel Geld die beiden inzwischen in ihre Leidenschaft investiert haben, wissen sie selbst nicht mehr. Fest steht: Sämtliche Dekorationen lagern tatsächlich im eigenen Haus – und das hat nicht einmal einen Keller.  Schon im Oktober kommen regelmäßig Kindergarten- und Schulgruppen vorbei, um das außergewöhnlich geschmückte Haus zu bestaunen. 

Das längste Grusellabyrinth aller Zeiten

In diesem Jahr wollen die beiden Halloweenfans noch einmal alles übertreffen: Auf die Besucher wartet nach Angaben der Veranstalter das bislang längste Grusellabyrinth ihrer Halloweenhaus-Geschichte.  Wer sich hineinwagt, muss mit düsteren Überraschungen und lebenden Schreckgestalten rechnen. Insgesamt 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen die Aktion. Sie verteilen Speisen, betreuen die Besucher und sorgen als Live-Erschrecker für den besonderen Nervenkitzel.  Für Familien mit kleineren Kindern gibt es eine eigene Kinderstunde. Dann bleibt es hell und der Gruselfaktor wird deutlich reduziert. Kinder jeden Alters können in Begleitung ihrer Eltern teilnehmen. Am Abend wird es dagegen dunkel und deutlich schauriger. Bei Kindern unter zwölf Jahren müssen die Eltern selbst einschätzen, ob sie ihnen das Erlebnis zutrauen. 


Tausende Besucher – und sogar Straßensperrungen

Die Dimensionen des privaten Halloweenprojekts sind inzwischen beachtlich. Im vergangenen Jahr kamen an beiden Veranstaltungstagen zusammen etwa 5.000 bis 6.000 Menschen nach Weende.  Der Andrang ist mittlerweile so groß, dass Nofz und Nohl bei der Stadt Göttingen Straßensperrungen beantragen und deren Umsetzung organisieren müssen. Was einst als private Halloweenbegeisterung begann, ist damit zu einer organisatorischen Großaufgabe geworden. 


Kürbisse, Süßigkeiten und schaurige Gewinne

Neben dem Grusellabyrinth warten weitere Aktionen auf die jüngsten Besucher. Für einen Kürbisschnitzwettbewerb stellen die beiden 30 Kürbisse bereit. Kinder dürfen einen Kürbis mitnehmen, zu Hause kreativ gestalten und anschließend zurückbringen. Für die Teilnahme gibt es eine Tüte Süßigkeiten. Die drei schönsten Kürbisse werden zusätzlich prämiert. Bei einem weiteren Gewinnspiel gilt es, die Anzahl der Süßigkeiten in einer großen Kiste möglichst genau zu schätzen. Als Gewinn winkt ein Gutschein der Spieleburg. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Zuckerwatte, Popcorn und Würstchen gehören zum Angebot.  Das Besondere: Sämtliche Kosten für Dekoration, Gewinnspiele, Speisen und Süßigkeiten tragen Steven Nofz und Dominic Nohl selbst. Jeder eingenommene Cent wird vollständig an die UMG weitergegeben. 

Hinter dem Grusel steckt ein großes Herz

Warum investieren die beiden so viel Zeit, Arbeit und eigenes Geld? Die Antwort ist ebenso einfach wie berührend: Kinder gehören für sie zu den schützenswertesten Menschen unserer Gesellschaft. Gerade schwer kranke Kinder und ihre Familien bräuchten in ihrer besonderen Lebenssituation Aufmerksamkeit, Begleitung und Unterstützung.  „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, das Kinderpalliativzentrum an der UMG zu unterstützen“, erklärten Steven Nofz und Dominic Nohl bereits anlässlich einer früheren Spendenaktion. Mit ihrer Halloweenaktion möchten sie deshalb nicht nur unterhalten, sondern auch auf die wichtige Arbeit der Kinderpalliativmedizin aufmerksam machen. 


Ein vorerst letzter großer Grusel

Doch nach sieben Jahren voller Vorbereitungen, unzähliger Arbeitsstunden und immer größer werdender Besucherzahlen wollen die beiden zunächst eine Pause einlegen. Die diesjährige Halloweenaktion soll vorerst die letzte sein.  Umso größer dürfte der Andrang werden, wenn das Halloweenhaus in Weende noch einmal seine Tore öffnet und sich die Besucher auf einen schaurig-schönen Abend für den guten Zweck freuen dürfen.  Denn eines ist sicher: In Weende wird nicht nur zum Erschrecken gegruselt – hier wird mit ganz viel Herz geholfen.