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Handwerk hält unser Leben am Laufen

Gesucht wie nie: Gut ausgebildete Handwerker werden für Energiewende, Wohnungsbau, Sanierung und moderne Infrastruktur dringend gebraucht. Foto: KI generiert
Gesucht wie nie: Gut ausgebildete Handwerker werden für Energiewende, Wohnungsbau, Sanierung und moderne Infrastruktur dringend gebraucht. Foto: KI generiert

Am 19. September ist Tag des Handwerks. Mehr als 130 Ausbildungsberufe zeigen, wie vielfältig die Branche ist und wie dringend Fachkräfte gebraucht werden.

Es riecht nach Holz, Metall und frischem Brot. In Werkstätten, Backstuben, Salons und auf Baustellen beginnt der Tag oft, bevor andere ihren ersten Kaffee trinken. Am 19. September rückt genau diese Arbeitswelt bundesweit in den Mittelpunkt: Dann wird der Tag des Handwerks gefeiert.

Seit 2011 gibt es den Aktionstag, immer am dritten Samstag im September. Betriebe und Handwerksorganisationen nutzen ihn, um zu zeigen, wie vielfältig modernes Handwerk ist. Und das reicht weit über Hammer, Hobel und Schraubenschlüssel hinaus. Mehr als 130 Ausbildungsberufe gehören dazu; vom Augenoptiker über die Maßschneiderin und den Orthopädietechnik-Mechaniker bis zum Zimmerer.

Die Zahlen zeigen, welche wirtschaftliche Kraft dahintersteht. Ende 2025 waren in Deutschland 1.038.126 Handwerksbetriebe registriert. Rund 6,24 Millionen Beschäftigungsverhältnisse zählte die Branche, der Umsatz lag bei etwa 783 Milliarden Euro. Gleichzeitig lernten 346.388 junge Menschen einen Handwerksberuf. 132.576 Ausbildungsverträge wurden 2025 neu abgeschlossen, mehr als im Jahr zuvor.

Doch zwischen Werkbank und Baustelle zeigt sich auch eine der größten Herausforderungen der Branche: der Nachwuchs. Trotz steigender Vertragszahlen blieben zuletzt mehr als 16.000 angebotene Ausbildungsstellen unbesetzt. Dabei werden Handwerker dringend gebraucht: Wärmepumpen müssen installiert, Dächer für Solaranlagen vorbereitet, Gebäude saniert, Stromnetze modernisiert und digitale Technik eingerichtet werden. Klimawende, Wohnungsbau und Infrastruktur sind ohne qualifizierte Fachkräfte kaum denkbar.

Auch die Karriereleiter endet nicht mit dem Gesellenbrief. 20.461 Menschen bestanden 2025 eine Meisterprüfung. Der Meistertitel steht dabei nicht nur für fachliches Können: Er kann den Weg in die Selbstständigkeit, zur Betriebsübernahme oder in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses öffnen.

Der Tag des Handwerks macht somit sichtbar, was im Alltag oft selbstverständlich erscheint: Hinter der frisch gebackenen Semmel, dem dichten Dach, der funktionierenden Heizung oder der reparierten Brille stehen Menschen, die mit Kopf und Händen arbeiten. Für einen Tag bekommt diese Arbeit die Bühne, die sie sonst selten hat.