Dunkle Synthesizerflächen, markante Gitarren und eine Stimme, die vom ersten Song an den Raum beherrschte: Forced To Mode haben am Freitagabend im Werratal Kultur- und Kongresszentrum gezeigt, weshalb sie in der Depeche-Mode-Fanszene einen außergewöhnlich guten Ruf genießen. Was als Tribute-Konzert angekündigt war, entwickelte sich über zwei Stunden zu einer eindrucksvollen Hommage an eine der prägendsten Bands der elektronischen Popmusik.
Im Mittelpunkt stand dabei Frontmann Christian Schottstädt. Stimmgewaltig und mit großer Nähe zum charakteristischen Gesang von Dave Gahan führte er durch den Abend. Gerade darin lag eine Stärke des Konzerts: Forced To Mode kopieren Depeche Mode nicht einfach, sondern übertragen deren Klangwelt mit großer musikalischer Präzision und eigener Energie auf die Bühne. Neben Schottstädt gehören Gitarrist Matthias Kahra und Keyboarder Thomas Schernikau zur Berliner Formation. Die Band besteht seit 2011 und hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 500 Konzerte in 18 europäischen Ländern gespielt. Ihr Repertoire umfasst mehr als 130 Stücke aus dem Depeche-Mode-Kosmos.
In Bad Sooden-Allendorf schöpften die drei Musiker entsprechend aus mehreren Jahrzehnten Bandgeschichte. Auf dem Programm standen mit „Halo“, „World in My Eyes“ und „Walking in My Shoes“ Stücke, die exemplarisch für den dunklen, atmosphärischen Sound von Depeche Mode stehen. „Stripped“ folgte ebenso wie andere ruhigere Songs. Besonders wirkungsvoll war dabei das Zusammenspiel von Musik und Bühnengestaltung. Rotes Licht schnitt durch den abgedunkelten Saal, während auf der großen Projektionsfläche hinter der Band eindringliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen erschienen. Die visuelle Inszenierung verlieh gerade den melancholischeren Stücken zusätzliche Tiefe.
Im Laufe des Konzerts rückten dann jene Songs in den Mittelpunkt, die längst weit über die Fangemeinde hinaus bekannt sind. „Personal Jesus“ brachte Bewegung in den Saal, „Just Can't Get Enough“ erinnerte an die frühen, beinahe unbeschwerten Synthiepop-Jahre von Depeche Mode.
Dass Forced To Mode unter Depeche-Mode-Anhängern längst mehr sind als irgendeine Coverband, überraschte nach diesem Abend kaum noch. Die Musiker bewiesen ein ausgesprochenes Gespür für die Details der Originale, ließen den Songs zugleich genügend Luft für ein echtes Live-Erlebnis. Für Depeche-Mode-Fans war es eine Reise durch mehr als vier Jahrzehnte Musikgeschichte.
Der Veranstalter, das Stadtmarketing Bad Sooden-Allendorf, bewies damit einmal mehr ein ausgesprochen gutes Gespür für die kulturelle Auswahl: Seit Jahren gelingt es, hochkarätige und besondere Musikveranstaltungen in die kleine Kurstadt zu holen und damit immer wieder überraschende Konzerterlebnisse zu schaffen.