Manche Bands entstehen aus einem großen Plan. Andere aus einem Zufall, einem Hinweis zur richtigen Zeit, einem Talent, das jemand bemerkt. Die Geschichte von „The Clefs“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie und genau das macht sie so besonders. Was in der fünften Klasse an der Rhenanusschule in Bad Sooden-Allendorf als Schulprojekt begann, ist heute ein Bandprojekt, das seit fast zehn Jahren besteht. Die Mitglieder sind längst erwachsen, studieren und arbeiten in verschiedenen Städten. Doch die Band ist geblieben.
Im März bringen „The Clefs and Friends“ ihre Musik an einen ungewöhnlichen Ort: Am 15. März um 10:30 Uhr gestalten sie gemeinsam mit Pfarrer Hubertus Spill einen Rock-Gottesdienst in der Bad Sooden Allendorfer St. Crucis Kiche am Kirchplatz 1.
Wie aus ein paar Mitschülern eine Band wurde
Der Anfang war unspektakulär und gerade deshalb typisch. Sportlehrer Herr Balken erzählte Musiklehrer Herr Wiechert von einer Schülerin, die auf Busfahrten lautstark Radiohits mitsang: Cora. Zur gleichen Zeit plante Herr Wiechert ein neues Musikprojekt an der Schule. Bald hörte er sich um, erfuhr, dass Luis gerne in einer Band spielen würde – zunächst an der Gitarre, später am Bass – und nach und nach fanden sich weitere musikbegeisterte Schülerinnen und Schüler zusammen.
„Am Anfang haben wir viel an eigenen Ideen gebastelt“, erzählen die Bandmitglieder. Ein erstes großes Ziel war das Weihnachtskonzert der Schule. Für Fünft- und Sechstklässler ein riesiger Moment – und der Startschuss für alles, was folgte.
Schmunzeln und vor allem Stolz
Wenn sie heute alte Aufnahmen ihrer ersten Proben hören, müssen sie lachen. Aber vor allem sind sie stolz. „Früher haben wir wochenlang geprobt, bis ein Song richtig saß“, sagen sie. „Heute schaffen wir es oft, innerhalb einer Probe ein neues Lied zu spielen.“ Diese Entwicklung zu spüren, motiviert und zeigt, wie sehr sie gemeinsam gewachsen sind.
Keine digitale Band sondern eine mit Heimat
Obwohl die Mitglieder inzwischen in ganz Deutschland leben, ist „The Clefs“ keine reine Online-Band. „Wir machen digital tatsächlich fast nichts“, erzählen sie. Die Proben finden weiterhin in Bad Sooden-Allendorf im gemeinsamen Proberaum statt. Zwar nicht mehr wöchentlich, aber regelmäßig nach vorheriger Absprache. „Dieser Ort ist uns wichtig. Es ist unser Platz, um zusammenzukommen und Musik zu machen.“
Der Klebstoff: Nostalgie, Spaß und echtes Miteinander
Fast zehn Jahre Bandgeschichte, viele Auftritte, viele Erinnerungen das schweißt zusammen. Hinzu kommt: Sie werden weiterhin angefragt, stehen noch immer gerne auf der Bühne und haben schlicht Spaß an dem, was sie tun. „Man freut sich jedes Mal darauf, miteinander zu musizieren“, sagen sie. Das Miteinander funktioniere einfach und das sei vielleicht der wichtigste Grund, warum die Band noch existiert.
Pop/Rock als gemeinsame DNA
Der Musikgeschmack hat sich verändert. Schließlich waren sie zwölf, als alles begann. Trotzdem ist die Grundrichtung gleich geblieben: Pop und Rock. „Wir sind mit der Band groß geworden“, sagen sie. Eigene Songs schreiben sie aktuell eher nicht, der Fokus liegt auf Covers und gemeinsamen Arrangements.
Wie der Rock-Gottesdienst entstand
Die Idee kam über Herr Wiechert, der die Rhenanusschule gern wieder stärker außerhalb der Schule sichtbar machen wollte. Er sprach Pfarrer Spill an und stieß sofort auf offene Ohren. „Er war direkt dabei und fand die Idee sehr gut“, berichtet die Band.
Was die Besucher erwartet
Viele Rockklassiker, ein besonderes Setting und ein Gottesdienst, der anders klingt als gewohnt. „Es ist auch für uns etwas ganz Neues“, sagen die Musiker. „Deshalb sind wir selbst gespannt.“ Ihr Rat: Einfach vorbeikommen und es erleben.
Blick nach vorn
Die Band bleibt ihre Leidenschaft. Ein Ort, auf den man sich freuen kann – gerade nach stressigen Uni- oder Arbeitstagen. Ob es irgendwann professioneller wird? Offen. Aber nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass es weitergeht.
Ratschläge an junge Bands
„Keine Beziehungen innerhalb der Band“, riet Herr Wiechert von Anfang an und „vermutlich hatte er recht“, erzählen sie schmunzelnd. Ansonsten: Dranbleiben, nicht aufgeben, den Spaß nicht verlieren. Es gehe nicht um Perfektion, sondern um den Moment, mit Freunden auf der Bühne zu stehen und Applaus zu bekommen. „Diese Momente sind unbezahlbar.“
Herr Wiechert über „The Clefs“
Schon zu Beginn passte die Instrumentenverteilung, niemand fehlte, nichts musste künstlich zusammengesetzt werden. Auch menschlich habe es sofort gestimmt. Für ihn war „The Clefs“ das erste Musikprojekt an der Rhenanusschule und damit etwas Besonderes.
Heute fühlt er sich weiterhin als eine Art Leitfigur, aber auch als Teil der Band. Nicht mehr wie ein klassischer Lehrer, sondern als Begleiter eines Projekts, das weit über Unterricht hinausgeht.