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Die unsichtbaren Wälder unter Wasser und warum sie unseren Schutz brauchen

Weltweit existieren rund 70 Seegrasarten, die vor allem in flachen Küstengewässern wachsen und dort dichte Unterwasserwiesen bilden. Foto: KI generiert
Weltweit existieren rund 70 Seegrasarten, die vor allem in flachen Küstengewässern wachsen und dort dichte Unterwasserwiesen bilden. Foto: KI generiert

Seegraswiesen zählen zu den wichtigsten Ökosystemen der Meere. Zum World Seagrass Day erfahren Sie, warum sie Klima, Küsten und Artenvielfalt schützen.

Sie wachsen leise. Sie treiben keine Schlagzeilen. Und doch gehören sie zu den wichtigsten Ökosystemen unseres Planeten: Seegraswiesen. Mit dem World Seagrass Day am 1. März richtet sich der Blick jedes Jahr auf diese oft übersehenen Meerespflanzen – und auf ihre enorme Bedeutung für Klima, Artenvielfalt und Küstenschutz. Der Aktionstag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Seegrasökosysteme zu stärken und ihren weltweiten Schutz voranzubringen. Eine stille, aber überlebenswichtige Mission.

Was ist Seegras – und warum ist es so besonders?

Seegras ist keine Alge, sondern eine echte Blütenpflanze, die sich vollständig an das Leben im Meer angepasst hat. Weltweit existieren rund 70 Seegrasarten, die vor allem in flachen Küstengewässern wachsen und dort dichte Unterwasserwiesen bilden.

Diese Wiesen erfüllen zentrale ökologische Funktionen:

  • Sie produzieren Sauerstoff
  • Sie binden große Mengen Kohlendioxid
  • Sie stabilisieren Meeresböden
  • Sie bieten Lebensraum für tausende Tierarten

Seegras ist damit so etwas wie der Regenwald der Ozeane – nur deutlich unbekannter.

Die grünen Kraftwerke der Meere

Ob kleine Krebse, Muscheln, Seepferdchen oder junge Fische: Für viele Arten sind Seegraswiesen Kinderstube, Schutzraum und Nahrungsquelle zugleich. Auch größere Tiere wie Meeresschildkröten und Seekühe sind direkt auf Seegras angewiesen. Darüber hinaus leisten Seegraswiesen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie speichern Kohlenstoff besonders effizient im Sediment – teilweise über Jahrhunderte hinweg. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von sogenanntem Blue Carbon. Kurz gesagt: Ohne Seegras wäre der Zustand der Meere – und des globalen Klimas – deutlich schlechter.

Ein bedrohtes Ökosystem

Trotz ihrer Bedeutung schrumpfen Seegrasbestände weltweit. Schätzungen zufolge sind in den letzten Jahrzehnten rund 30 Prozent der globalen Seegrasflächen verloren gegangen.

Die Hauptursachen:

  • Verschmutzung durch Nährstoffe und Abwässer
  • Küstenbebauung und Hafenprojekte
  • Grundschleppnetze und Ankerverkehr
  • Erwärmung der Meere durch den Klimawandel

Oft verschwinden Seegraswiesen, ohne dass es jemand bemerkt. Genau hier setzt der World Seagrass Day an.

Ein internationaler Aufruf zum Handeln

Der World Seagrass Day wurde durch eine Resolution der UN-Generalversammlung beschlossen und wird unter anderem von United Nations Environment Programme (UNEP) begleitet. Ziel ist es, Staaten, Forschungseinrichtungen, NGOs und die Zivilgesellschaft zu mobilisieren.

Im Fokus stehen:

  • Schutz bestehender Seegraswiesen
  • Renaturierung zerstörter Flächen
  • nachhaltige Küstenplanung
  • bessere Wasserqualität
  • stärkere Einbindung lokaler Gemeinschaften


Quellen

United Nations – World Seagrass Day / https://www.un.org/en/observances/seagrass-day

United Nations Environment Programme (UNEP) – Seagrass ecosystems / https://www.unep.org

Wikipedia – Seagrass / https://en.wikipedia.org/wiki/Seagrass

FAO – Seagrass and coastal ecosystems / https://www.fao.org