Der geschmückte Weihnachtsbaum gehört heute wie selbstverständlich zur Advents- und Weihnachtszeit. Doch seine Wurzeln reichen weit zurück bis in heidnische Bräuche, in denen immergrüne Pflanzen als Zeichen für Leben und Hoffnung galten. Schon lange bevor Weihnachten gefeiert wurde, schmückten Menschen in der dunklen Jahreszeit ihre Häuser mit Zweigen von Tannen, Fichten oder Buchsbäumen, um symbolisch die Kraft der Natur in die Stuben zu holen.
Im Mittelalter fand dieser Gedanke Eingang in das christliche Weihnachtsfest. In Zünften und auf Marktplätzen wurden sogenannte „Paradiesbäume“ aufgestellt – geschmückt mit Äpfeln, Nüssen und Oblaten. Sie erinnerten an die biblische Geschichte von Adam und Eva und sollten zugleich die Hoffnung auf das Paradies versinnbildlichen. Später wurden diese Bäume in Kirchen und Häuser übernommen und entwickelten sich zu dem, was wir heute als Weihnachtsbaum kennen.
Der erste geschmückte Tannenbaum in einem Privathaus ist Anfang des 17. Jahrhunderts in Straßburg belegt. Von dort verbreitete sich der Brauch zunächst in protestantischen Regionen, später in ganz Deutschland. Im 19. Jahrhundert wurde der Weihnachtsbaum durch bürgerliche Familien und das Königshaus populär, insbesondere durch Königin Viktoria und Prinz Albert in England, die ihn zum Symbol familiärer Geborgenheit machten.