Göttingen hat gewählt: Nach der Kommunalwahl vom 13. September 2026 steht die neue Zusammensetzung des Stadtrates weitgehend fest. Der Rat umfasst 48 gewählte Sitze. Stärkste Kraft bleiben Bündnis 90/Die Grünen. Sie erreichten 28,6 Prozent der Stimmen und erhalten 14 Mandate. Die CDU kommt künftig auf zehn Sitze und bildet damit die zweitstärkste Gruppe im Rat. Die SPD erhält neun Mandate. Alle drei großen Parteien mussten gegenüber der Kommunalwahl 2021 Einbußen hinnehmen.
Linke gewinnt deutlich hinzu
Zu den Gewinnern der Wahl gehört Die Linke. Sie erreichte 15,1 Prozent und zieht mit sieben Mitgliedern in den neuen Stadtrat ein. Damit vergrößert sie ihr politisches Gewicht deutlich.Die FDP ist künftig mit zwei Sitzen vertreten und verliert damit ein Mandat. Daneben wird der neue Stadtrat wesentlich vielfältiger zusammengesetzt sein: GöLinke, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), AfD, Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS), Volt und Die PARTEI erhalten jeweils einen Sitz.
Das Wahlergebnis sorgt für einen stark aufgefächerten Stadtrat. Keine Partei kann politische Entscheidungen allein durchsetzen. Für größere Vorhaben wie den Haushalt, Investitionen in Schulen und Infrastruktur, Wohnungsbau, Klimaschutz oder die Verkehrspolitik werden deshalb Vereinbarungen zwischen mehreren Fraktionen und Gruppen erforderlich sein.
Die Grünen bleiben zwar mit Abstand stärkste Kraft, sind für Mehrheiten jedoch auf Partner angewiesen. Gleichzeitig verfügt auch ein Zusammenschluss von CDU und SPD allein nicht über eine Mehrheit der 48 gewählten Ratssitze. Damit dürften wechselnde Mehrheiten und die Zusammenarbeit über traditionelle politische Lager hinweg in der kommenden Wahlperiode eine wichtige Rolle spielen.Besonders interessant wird sein, wie sich die deutlich gestärkte Linke positioniert. Mit sieben Mandaten kann sie bei vielen Abstimmungen erheblichen Einfluss auf mögliche Mehrheitsbildungen gewinnen.
Ein vielfältigerer Stadtrat
Mit elf vertretenen Parteien und Listen wird die politische Landschaft im Göttinger Rathaus breiter. Kleinere Gruppierungen können bei knappen Entscheidungen trotz jeweils nur eines Mandats eine wichtige Rolle spielen. Neu im Rat vertreten sind unter anderem BSW und AfD. Gleichzeitig bleiben lokale Listen und kleinere Parteien Teil der Göttinger Kommunalpolitik. Die größere Zahl politischer Akteure dürfte Abstimmungen komplexer machen und von den Fraktionen verstärkt Kompromissbereitschaft verlangen.
Neuer Rat nimmt Arbeit im November auf
Der neu gewählte Stadtrat soll im November seine Arbeit aufnehmen. Dann wird sich auch zeigen, welche Fraktionen und Gruppen miteinander kooperieren und wie sich die Mehrheiten für die zentralen politischen Projekte der kommenden Jahre zusammensetzen.