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Nach Tegut-Rückzug: Neue Perspektive für die „Lädchen für alles“

Für die „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis gibt es eine neue Perspektive: Ab Oktober übernimmt die Firma Lüning schrittweise die Belieferung der Standorte in Eschwege, Gertenbach, Frankershausen und Abterode. Foto: Logo Tegut wikipedia
Für die „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis gibt es eine neue Perspektive: Ab Oktober übernimmt die Firma Lüning schrittweise die Belieferung der Standorte in Eschwege, Gertenbach, Frankershausen und Abterode. Foto: Logo Tegut wikipedia

Nach dem Ende der Tegut-Kooperation steht die Zukunft der „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis fest. Lüning übernimmt ab Oktober die Belieferung.

Monatelang war unklar, wie es mit den „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis weitergeht. Nachdem die Tegut-Eigentümerin Migros Zürich im Frühjahr ihren Rückzug aus Deutschland angekündigt hatte und die Zukunft des Lebensmittelhändlers Gegenstand verschiedener Verkaufsverhandlungen und kartellrechtlicher Prüfungen wurde, musste auch die stellenwert.gmbh nach einer neuen Lösung für ihre Märkte suchen. Betroffen sind die Lädchen in Eschwege, Gertenbach, Frankershausen und Abterode, die neben der Nahversorgung eine wichtige Funktion als Arbeitsorte für Menschen mit Schwerbehinderung erfüllen.

Nun gibt es Klarheit: Künftig soll die LÜNING-Gruppe die Märkte beliefern. Die Umstellung ist schrittweise ab Anfang Oktober geplant und bringt nicht nur ein neues Sortiment, sondern auch ein verändertes Geschäftsmodell mit sich. Wir haben mit Andrea Röth, Geschäftsführerin der stellenwert.gmbh, darüber gesprochen, was der Wechsel für die vier Lädchen, ihre Beschäftigten und die Kundinnen und Kunden bedeutet.


Nachdem Tegut die Kooperation beendet hat: Wie ist der aktuelle Stand bei der zukünftigen Belieferung der „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis? 

Andrea Röth: Nachdem der Verkauf von Tegut angekündigt war, gab es zunächst durch den Prozess mit dem Bundeskartellamt nur wenige Informationen, dann auch falsche Informationen (z.B. Lädchen Eschwege wird Tante Enso). Es haben zahlreiche Gespräche mit unterschiedlichen möglichen Kooperationspartnern stattgefunden. 


Gibt es inzwischen eine Vereinbarung mit einem neuen Handelspartner oder Lieferanten, der die Versorgung der Lädchen übernimmt? 

Andrea Röth: Es gibt eine Vereinbarung mit Firma Lüning, der die Versorgung der Lädchen übernehmen wird. Geplant ist die Umstellung ab 01.10.26, jede Woche wird die Umstellung eines Lädchens erfolgen. 


Falls bereits ein neuer Partner feststeht: Um welches Unternehmen handelt es sich und ab wann beginnt die Zusammenarbeit? 

Andrea Röth: Wenn es keine unvorhergesehenen Verzögerungen gibt, können die Kunden ab folgenden Terminen mit dem neuen Lieferanten einkaufen: 

 Lädchen Eschwege 02.10.26, Lädchen Gertenbach ab 09.10.2026, Frankershausen ab 16.10.2026, Abterode ab 23.10.2026


Welche Veränderungen bringt der Wechsel für die Lädchen mit sich, insbesondere beim Sortiment, bei den Eigenmarken, den Preisen und den bisherigen Abläufen? 

Andrea Röth: Die größte Veränderung liegt in der Organisation des Verkaufs. Während das Lädchen-Konzept bei Tegut so konzipiert war, dass die Waren Eigentum von Tegut blieben und wir für die verkauften Produkte eine Provision bekamen, agieren wir künftig als „Kaufmann“, d. h. wir erwerben die Waren und verkaufen sie, wie wir dies auch schon in den nahkauf-Märkten handhaben. 

Die Firma Lüning beliefert uns mit Edeka-Produkten, so dass wir künftig auch deren Eigenmarken und auch die „gut und günstig“-Produkte im Angebot haben werden. Die bisher schon angebotenen regionalen Produkte werden auch weiterhin in unseren Läden zu kaufen sein. Wir erhoffen uns, dass wir noch besser als bisher auf Kundenwünsche eingehen können. 


Ist mit der neuen Kooperation der langfristige Fortbestand aller bisherigen „Lädchen für alles“ im Werra-Meißner-Kreis gesichert, oder stehen darüber hinaus Veränderungen an den einzelnen Standorten an? 

Andrea Röth: Mit der Kooperation sind auf jeden Fall die Voraussetzung für den Fortbestand der Lädchen gegeben. Wie bei jedem Geschäft gilt auch bei uns, dass es von der Annahme der Kunden abhängt, wie erfolgreich ein Laden betrieben werden kann. Auch äußere Umstände, wie neue Märkte in der Nähe oder z.B. Einschränkungen durch Straßenbauarbeiten wie gerade in Abterode erschweren die Situation.

Von unserer Seite werden wir alles tun, um die Standorte der Nahversorgung im Werra-Meißner-Kreis und damit vor allem auch die Arbeitsplätze der Menschen mit Schwerbehinderung zu erhalten.