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Neue Landrätin: Ulrike Witt an der Spitze des Landkreises

Dr. Ulrike Witt bringt langjährige Erfahrung aus Verwaltung und Regionalentwicklung mit. Die SPD-Politikerin gewinnt in der Stichwahl um das Landratsamt im Landkreis Göttingen.
Dr. Ulrike Witt bringt langjährige Erfahrung aus Verwaltung und Regionalentwicklung mit. Die SPD-Politikerin gewinnt in der Stichwahl um das Landratsamt im Landkreis Göttingen.

Ein Porträt über ihren Werdegang, ihre Verwaltungserfahrung und politischen Schwerpunkte

Dr. Ulrike Witt kennt Verwaltung, Förderpolitik und Regionalentwicklung seit Jahrzehnten. Nach ihrem Sieg bei der Stichwahl übernimmt die SPD-Politikerin nun das Landratsamt im Landkreis Göttingen. Doch wer ist die Frau, die künftig an der Spitze der Kreisverwaltung steht?

Verwaltung ist für Dr. Ulrike Witt kein Neuland. Seit Juli 2020 ist die 63-Jährige Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung und leitet das Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig. Damit steht sie bereits seit mehreren Jahren an der Spitze einer Landesbehörde, deren Arbeit sich mit vielen Themen beschäftigt, die auch für den Landkreis Göttingen von Bedeutung sind: Regionalentwicklung, Strukturförderung, Zusammenarbeit mit Kommunen und die Umsetzung von Förderprojekten.

Witt wurde am 30. Mai 1963 in Soest geboren und lebt in Göttingen. An der Georg-August-Universität studierte sie Mittlere und Neuere Geschichte, Soziologie und Publizistik. Nach ihrem Magisterabschluss promovierte sie dort zur Dr. phil. Ihre berufliche Laufbahn begann in der Wissenschaft: Von 1991 bis 1997 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin an den Universitäten Göttingen und Halle. Anschließend war sie im Frauenbüro der Universität Göttingen tätig und zeitweise kommissarische Frauenbeauftragte.

2001 wechselte Witt in das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Zunächst leitete sie das Ministerbüro des damaligen Wissenschaftsministers Thomas Oppermann. Von 2003 bis 2014 war sie stellvertretende Leiterin eines Referats, das sich unter anderem mit Ingenieurwissenschaften, Wissenstransfer und EU-Strukturfonds beschäftigte. Zu ihren Aufgaben gehörten auch Technologietransfer und die Koordination europäischer Fördermittel.

Eine für Südniedersachsen besonders wichtige Station folgte 2014. Witt übernahm die Leitung des Projektbüros Südniedersachsen in Göttingen. Dort begleitete sie bis 2020 Projekte zur Wirtschafts- und Regionalentwicklung und arbeitete an der Schnittstelle zwischen Land, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Akteuren der Region. Anschließend wechselte sie an die Spitze des Amtes für regionale Landesentwicklung Braunschweig.

Anders als viele Kandidatinnen und Kandidaten für kommunale Spitzenämter kommt Witt damit vor allem aus der Verwaltung und Regionalentwicklung. Ein kommunales Wahlamt hatte sie bislang nicht inne. Ihre berufliche Laufbahn war jedoch über viele Jahre eng mit politischen Entscheidungsprozessen und der öffentlichen Verwaltung verbunden.

Auch ehrenamtlich engagiert sich Witt. Sie ist unter anderem Vorsitzende des Bezirksverbandes Braunschweig des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dort beschäftigt sie sich auch mit Bildungs- und Erinnerungsarbeit. Bereits zuvor war sie über Jahre in der Arbeiterwohlfahrt in Göttingen aktiv.

Für die Landratswahl wurde Witt im Mai 2026 vom SPD-Unterbezirk Göttingen nominiert. In ihrem Wahlkampf stellte Witt vor allem die Funktionsfähigkeit und Bürgernähe der Kreisverwaltung in den Mittelpunkt. Ihre acht sogenannten Leitprojekte behandeln unter anderem Wirtschaft und Verwaltung, Digitalisierung, Katastrophenschutz, Pflege, Bildung, Klimaschutz und den demografischen Wandel. Dabei betonte sie auch die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Möglichkeiten des Landkreises.

Mit einem Wechsel ins Landratsamt wird Witt nun von einer Landesbehörde an die Spitze der Kreisverwaltung wechseln. Als Landrätin ist sie nicht nur politische Repräsentantin des Landkreises, sondern zugleich Chefin der Verwaltung. Die neue Amtszeit beginnt am 1. November 2026 und dauert acht Jahre.