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Oshionwu: Von der ehrenamtlichen Bürgermeisterin an die Göttinger Rathausspitze

Göttingens neue Oberbürgermeisterin: Onyeka Oshionwu gehört seit Jahren zur Göttinger Kommunalpolitik. Die Grünen-Politikerin ist seit 2021 Ratsmitglied und ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Göttingen.
Göttingens neue Oberbürgermeisterin: Onyeka Oshionwu gehört seit Jahren zur Göttinger Kommunalpolitik. Die Grünen-Politikerin ist seit 2021 Ratsmitglied und ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Göttingen.

Ein Porträt über Herkunft, Beruf, politische Laufbahn und ihre wichtigsten Themen.

Onyeka Oshionwu ist in Göttingen geboren und aufgewachsen, sitzt seit Jahren im Stadtrat und gehört bereits als ehrenamtliche Bürgermeisterin zur politischen Spitze der Stadt. Nach ihrem Sieg bei der Stichwahl übernimmt die Grünen-Politikerin nun das Oberbürgermeisteramt. Doch wer ist die Frau, die künftig an der Spitze der Göttinger Stadtverwaltung steht?

Für Onyeka Oshionwu ist das Göttinger Rathaus kein unbekannter Ort. Seit 2021 gehört sie dem Rat der Stadt an und ist zugleich ehrenamtliche Bürgermeisterin. In dieser Funktion repräsentiert sie Göttingen bei zahlreichen Anlässen und vertritt die Oberbürgermeisterin. Im Stadtrat arbeitet sie unter anderem im Verwaltungsausschuss, im Schulausschuss, im Sportausschuss sowie im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität mit. Zudem gehört sie Aufsichtsgremien der Göttinger Sport und Freizeit GmbH und der Stadtwerke Göttingen an.

Oshionwu ist 1993 geboren und in Göttingen aufgewachsen. Nach dem Abitur am Hainberg-Gymnasium absolvierte sie eine Ausbildung zur Flugbegleiterin und arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren bei der Lufthansa. Parallel dazu studierte sie Politik/Wirtschaft und Englisch auf Lehramt, unter anderem an der Universität Göttingen und an der Universität Stellenbosch in Südafrika. Das Studium schloss sie mit dem Master of Education ab.

Ihr beruflicher Werdegang verläuft damit eher ungewöhnlich für eine hauptamtliche Kommunalpolitikerin. Neben ihrer Tätigkeit als Flugbegleiterin unterrichtet Oshionwu jugendliche Straftäter im offenen Vollzug. Seit 2020 arbeitet sie außerdem im Bereich Online-Kommunikation für Bündnis 90/Die Grünen. Ehrenamtlich ist sie unter anderem als Schöffin am Landgericht Göttingen sowie im Umfeld des Hospizes an der Lutter engagiert.

Für ihr kommunalpolitisches Engagement wurde Oshionwu 2024 mit dem Helene-Weber-Preis ausgezeichnet. Der vom Bundesfamilienministerium vergebene Preis würdigt ehrenamtlich engagierte Kommunalpolitikerinnen und soll die politische Beteiligung von Frauen stärken. Oshionwu gehörte damals zu 15 bundesweiten Preisträgerinnen.

Politisch setzt die Grünen-Politikerin Schwerpunkte unter anderem bei Klimaanpassung und nachhaltiger Stadtentwicklung, bezahlbarem Wohnen, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe sowie einer moderneren Stadtverwaltung. Im Wahlkampf kündigte sie etwa einen stärkeren Ausbau digitaler Verwaltungsangebote, kürzere Bearbeitungszeiten, eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Handwerk sowie ein stärkeres Fördermittelmanagement der Stadt an. Beim Thema Wohnen sprach sie sich unter anderem für eine Anlaufstelle gegen Mietwucher und eine Fortsetzung des „Housing First“-Ansatzes aus.

Ihre Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt hatten die Göttinger Grünen Ende 2025 auf den Weg gebracht. Bei der Aufstellungsversammlung im Dezember wurde Oshionwu zur Kandidatin gewählt. 

Mit dem Wechsel von der ehrenamtlichen Bürgermeisterin ins Oberbürgermeisteramt verändert sich ihre Rolle grundlegend: Während sie die Stadt bislang vor allem repräsentiert und als Ratsmitglied politische Entscheidungen mitgestaltet hat, steht sie künftig hauptamtlich an der Spitze der Stadtverwaltung. Damit trägt sie Verantwortung für eine Verwaltung mit mehreren Tausend Beschäftigten und wird zugleich eine der zentralen politischen Stimmen Göttingens.