„Ich bin noch immer total geflasht und überglücklich! Mein herzlicher Dank gilt allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Besonders freue ich mich darüber, dass wir die 50-Prozent-Marke direkt im ersten Wahlgang überschritten haben und keine Stichwahl erforderlich ist. Jetzt geht es darum, unser Arbeitsversprechen auch tatsächlich umzusetzen“, sagt Robert Trube kurz nach Bekanntgabe seines Wahlsiegs.
Die Erleichterung ist verständlich. Denn lange war am Sonntagabend keineswegs klar, ob es für den parteilosen Kandidaten tatsächlich reichen würde. Als um 18.16 Uhr die ersten Ergebnisse eintrafen, lag Trube mit 48,71 Prozent nur hauchdünn vor seinem CDU-Konkurrenten Calvin Grede. Gerade einmal 0,20 Prozentpunkte trennten die beiden Bewerber. Doch mit den weiteren Auszählungen wuchs Trubes Vorsprung. Um 18.52 Uhr stand schließlich fest: 2.022 Wählerinnen und Wähler hatten ihm ihre Stimme gegeben. Mit 51,85 Prozent setzte er sich gegen Calvin Grede (43,72 Prozent) und Manfred Heidl (4,44 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,25 Prozent.
Für Trube ist es nicht nur ein persönlicher Erfolg. Sein Wahlsieg bedeutet zugleich einen Wechsel an der Spitze der Kurstadt: Nach 18 Jahren mit Frank Hix (CDU) als Bürgermeister übernimmt künftig ein parteiloser Rathauschef die Verantwortung.
Vom Ingenieur zum Bürgermeister
Robert Trube bringt einen Lebenslauf mit, der sich von dem vieler klassischer Kommunalpolitiker unterscheidet. Geboren und aufgewachsen in München, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Elektriker bei Siemens. Später studierte er auf dem zweiten Bildungsweg Kunststofftechnik und schloss als Diplom-Ingenieur ab. Beruflich führte ihn sein Weg durch verschiedene Städte und Länder. Viele Jahre arbeitete er im Kunststoff-Maschinenbau, zuletzt als Geschäftsbereichsleiter für Vertrieb und Marketing in einem international tätigen Unternehmen.
Bad Sooden-Allendorf lernte Trube vor rund 20 Jahren bei einem Familienbesuch kennen. Die Landschaft des Werratals und die Region um den Meißner hinterließen Eindruck. Seit 2018 lebt er mit seinem Ehemann Matthias Trube in der Badestadt. Gemeinsam betrieben die beiden zeitweise das Haus am Schwanenteich und sammelten dabei auch Erfahrungen im örtlichen Tourismus.
Inzwischen ist der 62-Jährige fest im gesellschaftlichen Leben der Stadt verwurzelt. Er engagiert sich als Vorsitzender des Kirchenvorstands St. Crucis, gehört dem Vorstand des Familienzentrums an und ist in weiteren sozialen Vereinen aktiv. Auch kommunalpolitisch ist er kein Neuling: Als Stadtrat gehört er bereits dem Magistrat an.
Zuhören statt großer Wahlversprechen
Seinen Wahlkampf führte Trube unter dem Leitmotiv „Verlässlich handeln. Menschen verbinden.“ Unterstützt wurde seine parteilose Kandidatur von SPD und Grünen. Statt umfangreicher Versprechen über einzelne Bauprojekte oder Investitionen stellte er vor allem die Art und Weise in den Mittelpunkt, wie er die Stadt künftig führen möchte. Zuhören, unterschiedliche Interessen zusammenbringen, Entscheidungen verständlich erklären und beschlossene Vorhaben konsequent umsetzen – daraus formte Trube sein sogenanntes Arbeitsversprechen.
Mit seiner „AnsprechBar“ suchte er während des Wahlkampfes den direkten Austausch mit den Menschen in der Kernstadt und den Ortsteilen. Dabei ging es nicht nur um politische Forderungen, sondern auch um alltägliche Sorgen, Wünsche und konkrete Verbesserungsvorschläge.
Diesen Kontakt möchte er auch als Bürgermeister fortsetzen. Das Rathaus soll für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbarer werden, politische Vorhaben sollen früher und verständlicher kommuniziert werden. Geplant sind unter anderem regelmäßige Gesprächsangebote und mehr Transparenz bei städtischen Projekten.
Jetzt muss aus dem Versprechen konkrete Arbeit werden
Mit dem Wahlsieg beginnt für Trube nun die nächste Phase. Die Herausforderungen sind erheblich: Bad Sooden-Allendorf steht finanziell unter Druck, gleichzeitig müssen Straßen, Gebäude und öffentliche Einrichtungen erhalten und weiterentwickelt werden. Auch bezahlbarer Wohnraum, die Zukunft des Kurbetriebs und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt bleiben wichtige Themen. Zu den konkreten Vorhaben Trubes gehört ein Servicecheck der Stadtverwaltung innerhalb der ersten sechs Monate seiner Amtszeit. Gemeinsam mit den Beschäftigten will er überprüfen, wo Abläufe vereinfacht, Zuständigkeiten klarer geregelt und Dienstleistungen bürgerfreundlicher gestaltet werden können.
Bei Investitionen setzt er auf nachvollziehbare Prioritäten und einen verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten finanziellen Mitteln. Zugleich möchte er die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen stärken und Fördermöglichkeiten gezielter nutzen.
Entscheidend wird dabei auch sein, wie es dem neuen Bürgermeister gelingt, die unterschiedlichen politischen Kräfte im Stadtparlament einzubinden. Trube hat immer wieder deutlich gemacht, dass er seine Rolle nicht als Einzelentscheider versteht, sondern als Vermittler, der gemeinsame Lösungen möglich machen will.
Ein neuer Abschnitt für die Kurstadt
Für Robert Trube dürfte der 1. November 2026 ein unvergesslicher Tag bleiben. Nach einem intensiven Wahlkampf und einem spannenden Auszählungsabend haben ihm die Wählerinnen und Wähler bereits im ersten Anlauf die absolute Mehrheit gegeben.
Nun wird aus dem Kandidaten, der für mehr Dialog, Verlässlichkeit und gemeinsames Handeln geworben hat, der künftige Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf. Wie viel von seinem Arbeitsversprechen sich tatsächlich verwirklichen lässt, werden die kommenden Jahre zeigen. Fest steht: Trube hat die Chance, die Entwicklung der Kurstadt in den nächsten sechs Jahren maßgeblich mitzugestalten.
Seine erste Reaktion auf den Wahlsieg macht deutlich, worauf er sich selbst verpflichten will: Die Freude über das gewonnene Vertrauen ist groß. Jetzt soll aus diesem Vertrauen konkrete Arbeit für Bad Sooden-Allendorf werden.