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Von der Vision zum handfesten Stadtmöbel

Hinter den neuen Abfallbehältern steckt echte Präzisionsarbeit aus der Nachbarschaft. Gemeinsam mit Stephan Becker von den Göttinger Werkstätten wurde getüftelt, um Stabilität und einfache Verarbeitung zu vereinen. Foto: privat
Hinter den neuen Abfallbehältern steckt echte Präzisionsarbeit aus der Nachbarschaft. Gemeinsam mit Stephan Becker von den Göttinger Werkstätten wurde getüftelt, um Stabilität und einfache Verarbeitung zu vereinen. Foto: privat

Ehrenamtliches Engagement für ein sauberes Münden: Cornelia Schulze & Heike Tauer-Schneider entwickeln mit Göttinger Werkstätten Spezial-Eimer für Zigarettenkippen.

Es ist ein Problem, das fast jede historische Innenstadt teilt: Das malerische Kopfsteinpflaster verliert schnell an Charme, wenn zwischen den Ritzen unzählige Zigarettenkippen hervorblitzen. Doch während andere nur über die Verschmutzung klagen, haben Cornelia Schulze und Heike Tauer-Schneider in der Dreiflüssestadt die Ärmel hochgekrempelt. Mit ihrem Preisgeld aus der Verleihung des Ehrenamtspreises im Gepäck, haben sie ihr Projekt weiterentwickelt. Vor Kurzem wurden die neuen „Kippen-Eimer“ im Stadtentwicklungsausschuss präsentiert.

Präzisionsarbeit aus der Nachbarschaft

„Wir haben zusammen mit Stephan Becker, dem stellvertretenden Werkstattleiter der Göttinger Werkstätten, getüftelt, um eine einfache Verarbeitung, Stabilität und Qualität zu vereinbaren“, berichtet Cornelia Schulze. Die Kooperation mit den Werkstätten war dabei ein bewusster Schritt: Lokale Wertschöpfung trifft auf soziale Inklusion.

Doch ein schönes Design allein reicht nicht aus. Es muss auch der Praxis standhalten. Deshalb wurde Maik Dobbrik vom städtischen Bauhof direkt in den Entwicklungsprozess eingebunden. Schließlich sind es er und seine Kollegen, die die Eimer im Alltag leeren müssen. „Praktikabilität“ war das Zauberwort beim gemeinsamen Tüfteln.

149 Euro für ein sauberes Stadtbild

Jeder dieser spezialgefertigten Eimer kostet 149 Euro. Finanziert wurde die gesamte Produktion aus dem Preisgeld, das die Initiatorinnen für ihr Engagement gewonnen hatten. Es ist eine Investition, die sich auszahlen dürfte: Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 40 Liter Grundwasser verunreinigen.

Pünktlich zur Tourismus-Saison

Der Zeitplan ist sportlich: Noch vor Pfingsten sollen die neuen Eimer im Stadtgebiet aufgehängt werden. Damit ist Hann. Münden rechtzeitig zum Start der großen Ausflugssaison gewappnet. Das Projekt zeigt: Stadtentwicklung muss nicht immer von oben verordnet werden. Oft sind es die Bürgerinnen und Bürger selbst, die mit einer guten Idee und den richtigen Partnern den „Kipppunkt“ zum Guten herbeiführen. Wenn Sie also demnächst durch die Mündener Altstadt schlendern, halten Sie die Augen offen. Die neuen Eimer sind nicht nur ein Sieg für die Umwelt, sondern auch einfach schön.