Unter dem diesjährigen Motto „Neue Impulse setzen“ haben Unternehmen, Gründer*innen, Forschungseinrichtungen sowie soziale Einrichtungen und Initiativen ihre Projekte eingereicht. Geehrt wurden sie im PS.Speicher in Einbeck: Bei einer feierlichen Gala wurden 13 Preise an die insgesamt 161 Bewerber*innen vergeben. Damit wurde ein Bewerbungsrekord erreicht, der bisherige Höchststand lag bei 132 Bewerbungen. Neu war dabei auch die Siegestrophäe – in einem Studierendenwettbewerb der HAWK (Fakultät Gestaltung) setzte sich der Entwurf „Breaking Out“ von Emilie Mang durch. Die drehbare Auszeichnung repräsentiert die Flexibilität, die beim Entwickeln von neuen Ideen und Innovationen nötig ist.

Den Abend eröffnete Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim: „Neue Impulse setzen“ – unter diesem Motto hat unsere fachkundige Jury in diesem Jahr Preisträger*innen ausgewählt, die mit ihren innovativen Ideen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft geben. Die große Vielfalt und Qualität der eingereichten Beiträge zeigen eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Mut und Erfindergeist auch in herausfordernden Zeiten in unserer Region vorhanden sind.“
„Der Innovationspreis der Region Göttingen Northeim macht innovative Ideen und unternehmerischen Mut sichtbar und würdigt diejenigen, die mit ihren Innovationen bereits erfolgreich am Markt sind oder mit neuen Ideen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen“, so die Erste Kreisrätin und Allgemeine Vertreterin des Landrats des Landkreises Göttingen, Doreen Fragel. „Der gemeinsam von den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie der Stadt Göttingen verliehene Preis ist damit ein wichtiger Bestandteil unseres regionalen Engagements für eine starke und zukunftsfähige Wirtschaft.“ Petra Broistedt, Oberbürgermeisterin der Stadt Göttingen, betonte die Bedeutung innovativer Ideen und Projekte für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und Attraktivität der Region Göttingen Northeim. „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind Innovationen essenziell, um den großen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Dass die Preisträger*innen in diesem Jahr überwiegend aus der Region Göttingen Northeim stammen, unterstreicht eindrucksvoll das Potenzial unserer Region als leistungsfähigem Wissens- und Innovationsstandort.“

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt verlieh den Innovationspreis an Unternehmen bis 20 Mitarbeitenden.
Bereits zum 7. Mal vergab der Niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer den mit 10.000 € dotierten Klima-Innovationspreis Niedersachsen – allerdings erstmals an ein Unternehmen aus der Region Göttingen Northeim: Über diesen Gewinn freute sich Aironity GmbH aus Adelebsen. Das Ende 2025 gegründete Unternehmen entwickelt innovative Lösungen zur industriellen Abluftreinigung auf Basis von Plasma- und UV-Technologie. Umwelt- und Energieminister Christian Meyer: „Aironity zeigt eindrucksvoll, wie Innovation und Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg einhergehen können. Mit ihrer Technologie kann das Unternehmen den Energiebedarf bei der industriellen Abluftreinigung um bis zu 95 Prozent reduzieren und fossiles Gas durch Strom ersetzen.
Genau solche Lösungen brauchen wir für eine klimaneutrale Industrie: Sie senken Emissionen und Energiekosten zugleich. Dass diese innovative Technologie in Südniedersachsen entwickelt wurde, zeigt einmal mehr, welches Potenzial in Niedersachsen für die klimafreundliche Transformation der Wirtschaft steckt. Ich gratuliere Aironity herzlich zum Klima-Innovationspreis 2026.“
GRÜNDER*INNEN UND JUNGUNTERNEHMER*INNEN
Entwicklung neuartiger Therapien gegen Organfibrosen:
In der Kategorie Gründer*innen und Jungunternehmen*innen traten mit 71 Einreichungen die meisten Bewerber*innen an. Den ersten Platz gewann die Fibronyx Therapeutics GmbH aus Hannover. Deren Innovation nutzt sogenannte long non-coding RNAs, um die Entstehung und das Fortschreiten von Fibrose (krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in Organen) zu verhindern. Den zweiten Platz belegt das Unternehmen Patrona aus Göttingen. Es entwickelt eine App zum Schutz und zur Beweissicherung für von Gewalt betroffenen Frauen. Das aus Northeim stammende Unternehmen MT Protect belegt den dritten Platz. MT Protect schützt Insulinpumpensysteme zuverlässig vor z.B. Stößen und Feuchtigkeit und reduziert damit das Risiko von Ausfällen – für mehr Sicherheit, Freiheit und Lebensqualität für Menschen mit Diabetes.
UNTERNEHMEN BIS 20 MITARBEITER*INNEN
Neue Wirkstoffe gegen Alzheimer:
Große Vielfalt bewiesen auch die 58 Bewerbungen in der Kategorie der Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeiter*innen: Den ersten Platz sicherte sich die brainQr Therapeutics GmbH aus Göttingen. Das Unternehmen entwickelt eine neue Wirkstoffklasse zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer. Der innovative Ansatz setzt bereits in einer frühen Phase der Krankheitsentstehung an: Die Wirkstoffe sollen krankheitsrelevante Proteine in ihrer natürlichen Struktur stabilisieren und dadurch verhindern, dass sie sich krankhaft verändern und schädliche Ablagerungen bilden. Den zweiten Platz erhielt die Göttinger SERATEC Gesellschaft für Biotechnologie mbH. Sie entwickelt einen neuartigen Schnelltest zum forensischen Nachweis von Vaginalflüssigkeit bei Sexualdelikten. Platz drei ging an die OptoGenTech GmbH, ebenfalls aus Göttingen. Das Unternehmen entwickelt ein Cochlea-Implantat, das mit Licht statt mit elektrischen Signalen arbeitet. Dadurch können Hörnervenzellen deutlich gezielter aktiviert werden als bisher.

UNTERNEHMEN ÜBER 20 MITARBEITER*INNEN
Laser beschleunigt Ausbau leistungsfähiger Energieinfrastruktur:
In der Kategorie Unternehmen über 20 Mitarbeiter*innen sind insgesamt 32 Bewerbungen von Industrieunternehmen, Forschungsinstituten und Hochschulen eingegangen. Gewonnen hat die Coherent LaserSystems GmbH & Co. KG, Göttingen. Deren Produktionslaser LEAP 600 verdoppelt die Fertigungskapazität neuartiger Bandleiter, die Strom nahezu verlustfrei und mit deutlich höheren Stromstärken und Leistungsdichten als Kupferleitungen übertragen können. Damit schaffen sie neue Perspektiven für leistungsfähige Stromnetze und energieintensive Anwendungen – von der Entlastung urbaner Netze bis hin zu Aluminiumproduktion und Gigawatt-Rechenzentren. Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegte die Friedrich Zufall GmbH & Co. KG aus Göttingen. Am Standort Groner Siekanger 1 betreibt das Unternehmen ein energiepositives Logistikgebäude, das Wärme und Kälte vollständig fossilfrei erzeugt. Die KWS SAAT SE & Co. KGaA gewann den dritten Platz. Das Unternehmen aus Einbeck hat zusammen mit dem Berliner Unternehmen vly eine Erbse als Grundlage für eine Erbsenmilch mit verbessertem Geschmack gezüchtet, und diese dann lokal, in Bioqualität angebaut.
SONDERPREIS VERGEBEN
Zusätzlich wurde ein Sonderpreis im Wert von 3.000 Euro verliehen. Die Hauptsponsorin Sparkasse Göttingen stiftete den Sonderpreis „Integration und Soziales“. Dieser ging an den Verein Freie Altenarbeit Göttingen e.V. mit dem Bildungsprojekt „Erinnern im Dialog“. Jugendliche und ältere Teilnehmende erkunden hierbei gemeinsam lokale Gedenkorte zu Nationalsozialismus und aktuellem Faschismus. Daraus entstehen kreative Medienprodukte wie z.B. Blogs, Reiseführer oder digitale Poesiealben, die Gedenkorte sichtbar machen und zu einer generationenübergreifenden Erinnerungskultur beitragen.
PUBLIKUMSPREIS
Zum vierten Mal wurde in diesem Jahr der Publikumspreis unter den nominierten Teilnehmer*innen vom MEKOM - Regionalmanagement Osterode am Harz e.V. im Wert von 2.000 Euro vergeben. Hierzu hat das Publikum im Rahmen eines Live-Votings eine Abstimmung für eine der sechs verbliebenen Nominierungen, die nicht unter den Gewinnern war, abgegeben. (Hinweis an die Redaktionen: Gewinner stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.)