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Artikelfoto Denkmalpflegerin Sabine Momm, Bürgermeister Tobias Dannenberg, Nicole Prediger, Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung und Kerstin Kreßner, Stadtentwicklung. zVg

30 Jahre Tag des offenen Denkmals

Veranstaltung am 10. September 2023 steht unter dem Motto „Talent Monument“. 11 Stationen und Führungen in der Altstadt sowie in den Ortsteilen Wiershausen und Hemeln wollen unterhalten, informieren und begeistern.

Historische Gebäude hautnah erleben und dabei ihre unterschiedlichen Hintergründe zur Entstehungs-, Entwicklungs- und Nutzungsgeschichte entdecken – dieser Aufgabe hat sich der Tag des offenen Denkmals verschrieben, der sich 2023 zum 30. Mal jährt. Bundesweit werden an diesem Tag über 5.500 Denkmale geöffnet. Entsprechend des Mottos „Talent Monument“ hat der Bereich Stadtentwicklung gemeinsam mit Mündener Bürgerinnen und Bürgern ein umfangreiches Programm entworfen, dass am 10. September 2023 einiges zu bieten hat. Los geht’s um 11.15 Uhr mit der Eröffnung der Veranstaltung im Hagelturm, zu der Bürgermeister Tobias Dannenberg alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offiziell begrüßen wird. Ab 11.30 Uhr wird die Geschichte des Hagelturms, der seinen Namen aufgrund der dortigen Schrotherstellung erhielt, in einem Kurzvortrag erläutert. Im Anschluss führt Günter Lohmann durch das Bauwerk. Insgesamt 11 Stationen konnten für die Jubiläumsausgabe gewonnen werden, darunter auch in den Ortsteilen Hemeln und Wiershausen. Neben der Öffnung von Denkmalen sind Stadtrundgänge und Kinderführungen geplant. Die Tourist-Information im historischen Rathaus ist von 10 bis 15 Uhr geöffnet. „Wir freuen uns sehr, dass sich wieder viele Freiwillige gefunden haben, die Denkmale der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten und mit der Präsentation des kulturellen Erbes eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ziehen“, erklärt Denkmalpflegerin Sabine Momm. Das Engagement geht dabei oftmals über die bloße Öffnung von Gebäuden hinaus, denn zum Teil werden die Besucherinnen und Besucher mit Speisen und Getränken versorgt. Zur leichteren Orientierung im Stadtgebiet bzw. in den Ortschaften wurden Flyer entworfen, die eine kleine Karte enthalten, auf der alle beteiligten Stationen und die Startpunkte der Führungen verzeichnet sind. Die Flyer liegen ab sofort in Geschäften der Innenstadt und teilweise in Hotels kostenlos aus. Am Veranstaltungstag weisen bunte Luftballons an den Fassaden und Eingangsbereichen auf die geöffneten Denkmale hin.

Das Programm im Überblick:

Hagelturm, Fuldabrückenstraße 24, geöffnet von 11 bis 17 Uhr Hier findet um 11.15 Uhr die offizielle Eröffnung statt. Der hufeisenförmige Stadtmauernturm wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im Jahre 1849 von 25 Meter auf 42 Meter Höhe aufgestockt, um Schrotkugeln im Turmgießverfahren herstellen zu können. Der Turmaufstieg ist am Tag des offenen Denkmals kostenfrei. Es sind Wartezeiten einzuplanen, weil nur eine begrenzte Anzahl von Personen zeitgleich den Turm besteigen dürfen. Nach der Eröffnung und um 15 Uhr erfolgt eine Turmführung durch Günter Lohmann.

Evangelisch reformierte Kirche, Burgstraße 8, geöffnet von 11.30 bis 17 Uhr Das scheinbare Bürgerhaus in der Burgstraße entpuppt sich beim Betreten zu einem einmaligen kirchengeschichtlichen Baudenkmal. Die Kirche war vor ihrer heutigen Nutzung ein Gasthaus. Der Förderverein Mündener Altstadt e.V. lässt die Räumlichkeiten als Raststation aufleben und verkauft im Gemeindesaal Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Grotefendhaus, Ziegelstraße 39, 11.30 bis 16.30 Uhr Eine Ausstellung über das Leben und Schaffen des Mündener Bürgers Georg Friedrich Grotefend, Entzifferer der alt-persischen Keilschrift, ist hier in seinem Geburtshaus zu sehen. Mitglieder der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt stehen bereit, um Interessierten Fragen zu beantworten.

Taternturm, Dielengraben, geöffnet von 11.30 bis 16.30 Uhr Der Ehemalige Pulverturm des Welfenschlosses wurde im 17. Jahrhundert mutmaßlich als Zigeunergefängnis genutzt. Die beiden Gästeführerinnen Marie Anne Langefeld und Martina Pakusch werden in historischen Gewändern als Soldaten der herzoglichen Wache unter dem Titel „Der kleine Taternturm und seine großen Brüder“ näheres über die Vergangenheit des Turmes sowie weitere Befestigungsanlagen im 30-Minuten-Rhythmus preisgeben. Zudem wird eine Fotoausstellung gezeigt.

St. Blasius Kirche, Kirchplatz 6, geöffnet von 11.30 bis 16 Uhr In der St. Blasius Kirche steht die Akustik des Bauwerks im Vordergrund. Die gotische Hallenkirche zeichnet sind aufgrund ihrer Architektur besonders mit einem spezifischen Raumklang aus. Davon beeinflusst werden Predigt Liturgie und Gesang. Klänge und Gesänge können einerseits durch die Resonanz der Kirche zu einem wunderbaren Hörerlebnis werden. Um 12 und 14 Uhr ist unter dem Titel „Glockenklang und Lobgesang“ eine Führung durch Angela Sohnrey geplant.

Freimaurerloge / Logenhaus, Bremer Schlagd 16, geöffnet von 11 bis 17 Uhr Das außergewöhnliche Gasthaus wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ist seit 1872 Sitz der Freimaurerloge Pythagoras zu den drei Strömen, die das Gebäude zwischen 1992 und 1999 grundlegend sanierte. Nur selten ist das Gebäude öffentlich zugänglich. Interessiert können das Geheimnis der legendenumwobenen Bruderschaft lüften. Verpflegt werden die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Ab 11 Uhr finden im 30-Minuten-Rhythmus Führungen durch das Logenhaus durch Prof. Stefan Seuring-Stella und Detlef Hübner statt.

Kunst- und Wohnhaus, Lohstraße 3, geöffnet von 11.30 bis 17 Uhr Für den Bau des Gebäudes wurde amerikanische Sumpfkiefer verwendet, die der Weinhändler und Erbauer Kunth importierte. Das Holz wurde als Baukonstruktionsholz, im Sichtfachwerk und für die Herstellung der Fenster und Türen verwendet. Pitch Pine ist leicht zu bearbeiten, zu sehen an den Schnitzereien in der Fassade. Die heutige Hauseigentümerin Lore Puntigam lädt ab 11.30 Uhr im 30-Minuten-Rhythmus zu Führungen unter dem Titel „Verletzungen, Vernachlässigungen und Heilung eines Denkmals“ ein.

Rotunde, Kasseler Straße, geöffnet von 11.30 bis 14.30 Uhr Die Rotunde wurde 1318 als ehemaliges Stadttor erstmals urkundlich erwähnt und verfügte anfangs über eine Zugbrücke. Die Gästeführerinnen Elfie Berg und Dagmar Bartoschek nehmen die Besucherinnen und Besucher um 12 und 13.30 Uhr mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit des Bauwerks. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 20 Personen.

Leineweberei, Am Spellhof 2, Ortsteil Wiershausen, geöffnet von 11 bis 16 Uhr Ab 11 Uhr steht alte Handwerkskunst im Fokus. Vorführungen am Webstuhl und am Spinnrad verdeutlichen das nötige Geschick bei der Ausübung dieser Aufgaben. Eine sogenannte Flachsdreschmaschine, Baujahr 1937, zeigt die Getreideverarbeitung aus vergangener Zeit. Ab 12 Uhr werden die Gäste vor Ort mit Erbensuppe verpflegt, ab 14.30 Uhr lockt ein Kaffee- und Kuchenbuffet.

Backhaus, Auf dem Kniepe 4, Ortsteil Wiershausen, geöffnet von 11 bis 16 Uhr Um 11.30 und 13.30 Uhr ist die Vorführung des Traditionshandwerks Brotbacken durch ein Mitglied des Wiershäuser Heimatvereins geplant. Vom Kneten des angesetzten Sauerteigs und dem anschließenden Backen des Brotlaibs im alten Holzbackofen werden die Fertigungsschritte gezeigt. Das frischgebackene Brot kann anschließend erworben werden.

Ehemalige Königliche Preußische Forstakademie, Mitscherlichstraße 5a, geöffnet von 11 bis 17 Uhr Erbaut in 1872, ging es im Jahr 2010 in den Besitz des Modellbauclubs Münden e.V. über und wurde mit viel Aufwand von den Vereinsmitgliedern restauriert und renoviert. Heute beherbergt das Gebäude die Modellbauanlagen des Vereins. Führungen durch das Gebäude werden je nach Bedarf angeboten, für alle Gäste wird eine Mitmachaktion vorbereitet. Versorgt werden sie mit Bratwurst, Kaffee und Kuchen.

Fachwerkhaus Wedekind, Trift 16, Ortsteil Hemeln, geöffnet von 11 bis 17 Uhr Dach Fachwerkgebäude im Weser-Ort wurde als zweiteiliges Trennhaus vermutlich um 1810 errichtet und wird bis heute als Wohnhaus genutzt. Nach Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen in den 1980er Jahren wurde das Gebäude 2018 umfassend saniert und energetisch modernisiert. Führungen finden durch den Eigentümer Dirk Wedekind sowie die Zimmerei Grünewald um 11.30, 12.30, 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr statt.

Stadtrundgang „Früher – gestern – heute – die Wandlungsfähigkeit alter Häuser“, um 13 und 15 Uhr Präsentation besonderer Denkmale wie das Gebäude Eisenmäurer, das Künstlerhaus, das Haus der Bürgergenossenschaft sowie das Narwalhaus während eines Stadtrundgangs mit Nikolaus Wildberg. Treffpunkt ist die Marktstraße 19. Teilnehmerzahl: 30 Personen maximal.

Kinderführung „Mit dem Zimmermann auf die Walz durch unsere Stadt“, 12 und 15 Uhr Neben dem Zimmermann werden weitere Handwerkskünste, darunter die des Schiffers oder Lohgerber den jungen Gästen zwischen 6 und 12 Jahren näher vorgestellt. Miteinbezogen werden dabei das Küsterhaus, der Ochsenkopf, das Bremer Handelshaus sowie das Narwalhaus. Die Führungen übernehmen die Gästeführerinnen Sigrun Gola und Sabine Lohmann. Treffpunkt ist der Kirchplatz. Teilnehmerzahl: 15 Kinder maximal. Seit 1993 ist der Tag des offenen Denkmals Deutschlands größte Kulturveranstaltung und Schaufenster für die Denkmalpflege. In jedem Jahr sind zahlreiche Veranstaltende mit viel ehren- und hauptamtlichem Engagement dabei, um diese einmalige „Kulturbühne“ zu gestalten. Das Motto wird auch in diesem Jahr sehr gerne aufgegriffen – 70 Prozent der Teilnehmenden beziehen sich auf das diesjährige Thema und setzen es mit kreativen Ideen um. Ob Talentshow für einzelne Denkmale oder Multitalente von Eigentümer über Handwerker bis zum Wissenschaftler – Gäste dürfen sich auf ein vielseitiges Programm verschiedener Akteure freuen. „Von unbekannten Denkmalen bis hin zu längst vergessenen Handwerkstechniken oder Restaurierungsmethoden wird wieder viel geboten. Wir sind stolz, gemeinsam mit Veranstaltenden deutschlandweit unser Jubiläum und das ‚Talent Monument‘ feiern zu können“, führt Sarah Wiechers, Teamleiterin des Tags des offenen Denkmals, aus. Die Rückmeldungen im Jubiläumsjahr von Menschen, die zum Teil seit 30 Jahren mitmachen, zeigen, dass dieser Tag für die Denkmalpflege nicht mehr wegzudenken ist. Er - 4 - wird von Kulturinteressierten, die Altes neu entdecken, ebenso genutzt wie von allen Engagierten, die ihre Denkmale präsentieren. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.tag-des-offenen-denkmals.de