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Artikelfoto Die Schuldnerberatungen der AWO in Niedersachsen schließen sich für die Aktionswoche Schuldnerberatung zusammen. Foto: z.V.g.

AWO startet Bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung

Die Aktionswoche Schuldnerberatung im Juni 2024 steht unter dem Motto "Buy now, Inkasso später! mit einem Klick in der Schuldenfalle".

Die Schuldnerberatungen der AWO Göttingen - Northeim, der AWO Hildesheim, der AWO Region Hannover, der AWO Wolfenbüttel sowie des Bezirksverbandes der AWO Hannover nimmt in der Woche vom 10.6.2024 bis zum 14.6.2024 das Thema: „Buy now, Inkasso später“ als digitale Aktionswoche Schuldnerberatung sowie mit einer kostenlosen Telefonhotline in den Fokus.

 

Am Donnerstag, den 13.06.2024 wird in der Zeit von 17:00 bis 19:00 Uhr eine überregionale Hotline besetzt sein. Unter der Telefonnummer 0551 500 91 36 kann sich jeder an eine*n Schuldnerberater*in wenden – kostenlos und auch anonym möglich.

 

Darüber hinaus veröffentlicht das Team der Schuldnerberatungen jeden Tag Beiträge auf unterschiedlichen digitalen Plattformen. Insbesondere wird es tägliche Posts auf dem Instagram Account „schuldner.beratung“ geben, mit dem die Schuldnerberatungen der AWO im vergangenen Jahr den Innovationspreis der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung gewinnen konnten. Hier werden Beispiele von betroffenen erzählt, die Arbeit von Schuldnerberatungsstellen erläutert und Forderungen an die Politik gestellt. 

Die Schuldnerberatungen fordern von der Politik u.a. deutlich mehr Vermittlung finanzieller Bildung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

„Buy now, pay Later hat sich einfach jetzt schon durchgesetzt“, sagt Thomas Bode Leiter der Schuldnerberatung der AWO Göttingen – Northeim e.V. und Referent für Schuldnerberatung des Bezirksverbands der AWO in Hannover. „Dabei werben die Anbieter damit, wie bequem, sorglos und leicht dieses Finanzierungsmodell sei. Den Menschen werden die vermeintlichen Vorteile angepriesen. Über die Risiken und Gefahren klärt niemand auf. Aus meiner Sicht wäre es dringend nötig hier mehr zu tun. Finanzielle Bildung muss deutlich intensiver vermittelt werden. Dieser Apell geht an die Anbieter von ‚Buy now, pay later‘. Aber auch an die Politik, die zum Beispiel Schuldnerberatungsstellen für mehr Präventionsarbeit in Schulen finanzieren müssten“.

 

„Vor gar nicht so langer Zeit war es etwas Besonderes, wenn ein jemand in der Beratung Schulden bei einem ‚Buy now, pay later‘-Anbieter hatte. Jetzt ist es etwas Besonderes, wenn jemand bei seiner Überschuldungssituation keinen dieser Anbieter dabei hat“, weiß Katharina Kootz, Leiterin der Schuldnerberatungsstelle der AWO Hildesheim. „Das größte Problem dabei ist, dass es sehr viele Forderungen werden können und die Ratsuchenden in den Apps den Überblick verlieren. Richtig dramatisch kann es werden, wenn jede einzelne Forderung zum Inkasso gegeben wird. Für jedes einzelne Inkasso entstehen dann Kosten. Die Forderungshöhe explodiert. Willkommen in der Schuldenfalle“.

 

 

Hintergrundinformation

Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) veranstaltet. Die AG SBV vertritt etwa 1.400 gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen in Deutschland, in Trägerschaft der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände oder der Kommunen bzw. als Mitglied in einem der Verbände (Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Verbraucherzentralen).

 

Im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern ist die gemeinnützige soziale Schuldnerberatung für die überschuldeten Menschen kostenfrei. Allerdings ist die gemeinnützige Schuldnerberatung bundesweit uneinheitlich finanziert und chronisch unterfinanziert. Lediglich etwa 10 Prozent der überschuldeten Menschen können beraten werden. 

Die AG SBV tritt für ein Recht auf Schuldnerberatung ein.

 

Falls Sie Interesse an weiteren Hintergrundinformationen oder Interviewwünsche haben, sprechen Sie uns gerne an.

 

Kontakt: 

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Göttingen – Northeim e.V.

Thomas Bode 

Tel.: 0551 500 91 36

Mobil: 0151 7420 2699

E-Mail: t.bode@awo-goettingen.de