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Artikelfoto Auch bei „Eschwege-Hilft“ ist gebrauchte Kleidung gut aufgehoben und kommt sozial Benachteiligten zugute.

Europäische Woche der Abfallvermeidung: „Nachhaltige Textilien - Wiederverwendung statt Verschwendung“

Gebrauchtwarenzentren und „Eschwege-Hilft“ sind gute Adressen um Textilien ein zweites Leben zu geben.

„Noch nie haben wir so viel Kleidung besessen wie heute“, teilt die Umweltberaterin des Werra-Meißner-Kreises, Gabriele Maxisch, mit. Seit dem Jahr 2000 hat sich unser Konsum verdoppelt, von 50 auf rund 100 Milliarden neu gekaufter Stücke. Gleichzeitig sind die Ausgaben für Bekleidung gesunken. Der Grund ist das Phänomen "Fast Fashion", schnell wechselnde Kollektionen. 

Es wird viel Kleidung gekauft, die so günstig ist, dass sie nach zwei- oder dreimal Tragen oft schon im Altkleidercontainer landet - weil sie nicht mehr gefällt oder die Qualität zu wünschen übrig lässt. Auch im Schrank stapeln sich Hosen, T-Shirts oder Pullover: Durchschnittlich besitzt jeder Erwachsene in Deutschland 95 Kleidungsstücke (Studie Greenpeace), ohne Unterwäsche und Socken. 

"Mode ist zum Wegwerfartikel geworden", stellt Landrätin Rathgeber fest. Rund 60 neue Teile kommen jedes Jahr dazu. Doch ein Großteil wird selten bis gar nicht getragen, geschätzte zwei Milliarden Teile. Nach kürzester Zeit wird die Bekleidung wieder aussortiert und im Altkleidercontainer entsorgt, in der Hoffnung, damit Bedürftigen zu helfen. Die CoronaPandemie hat diesen Trend verschärft, denn viele Verbraucher haben die Zeit der CoronaBeschränkungen genutzt, um in ihren Schränken auszusortieren. 

Der Großteil der Altkleider kommt in die bekannten Altkleidercontainer. Manches wird über Internetportale, z.B. „Schenk-hier“ oder Flohmärkte angeboten. 
Zwei lokale Initiativen möchten wir im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung besonders herausstellen:

In den Gebrauchtwarenzentren Witzenhausen und Eschwege kann man auch direkt tragbare Kleidung abgeben. 

Am Freitag, den 25.11.2022, fand die zweite Modenschau nach 2013 im Gebrauchtwarenzentrum Eschwege im Eschenweg 1 statt. Die Show sollte zeigen, dass 
Second Hand Mode, keinesfalls „Old Fashion“ ist.

„Das Angebot ist breit gefächert“, stellt Andrea Kommer, Leiterin der Eschweger Geschäftsstelle fest. „Wir haben Kinder-, Damen-, und Herrenkleidung“. Besonders freut Sie sich darüber, dass fast alle Größen verfügbar sind. 

Dirk Gröling, Leiter des Gebrauchtwarenzentrums Witzenhausen stellt heraus, dass das Gebrauchtwarenzentrum auch vielfältige Spezialangebote wie Outdoor und Sportkleidung im Angebot hat. „Da ist auch mal ein Taucheranzug oder eine komplette Reitausrüstung dabei“, 
freut er sich. 

Neben dem Abfallvermeidungs- und damit auch Klimaschutzaspekt wird durch die Arbeit der Gebrauchtwarenzentren auch Langzeitarbeitslosen eine motivierende und sinnvolle Beschäftigung in den Zentren geboten. Die Angestellten und Käufer*innen von vielen schönen Angeboten haben somit eine klassische win-win Situation. 

Eine weitere lokale Initiative ist beispielsweise „Eschwege-Hilft“ e.V. Auch dort wird gespendete Kleidung sehr gerne entgegengenommen. Die gespendete Kleidung wird von ehrenamtlichen Helfer*innen angenommen, sortiert und nach Größen geordnet. Bei lokalen Initiativen weiß man, dass die Kleidung auch wirklich Bedürftigen zu Gute kommt, aber auch alle anderen Einwohner*innen des WMK können davon profitieren, so Franky Daumann, Mitglied im Vorstandsteam von „Eschwege-Hilft“. 

Eine Schneiderin unterstützt den Verein ehrenamtlich. Durch das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder*innen ist es möglich die Kleidung nicht nur an Geflüchtete abzugeben, sondern an alle, die Hilfe brauchen. „Für 1 € das Stück können die Besucher sich dann Kleidungsstücke aussuchen“, so Karl Montag, 1. Vorsitzender des Vereins. 

Wer „Eschwege-Hilft“ e.V. unterstützen möchte, kann dies durch Kleider oder Möbelspenden tun, aber auch Geldspenden sind gerne gesehen unter: Spendenkonto „Eschwege-Hilft“ e.V., SPK Werra-Meißner, IBAN: DE55 5225 0030 0000 0527 12 

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung soll uns verdeutlichen, dass jeder einen bedeutenden Beitrag gegen das umweltbelastende überdimensionierte Kleidungskonsumieren leisten kann.

Tipps gegen den übermäßigen Kleidungskonsum: 
- Beim Einkauf von Kleidung auf Qualität achten und z. B. solche mit dem Gütesiegel Grüner Knopf wählen. Das schont die Umwelt und spart Geld.
- Gut erhaltene Kleidung an Bekannte weitergeben oder über Sozialeinrichtungen, Secondhand-Läden und Flohmärkte eine weitere Nutzung ermöglichen. 
- Besonders für Baby- und Kinderkleidung gibt es in vielen Städten Tauschbörsen. 
- Schäden selbst reparieren oder reparieren lassen, statt die Textilien gleich auszusortieren. 
- Auch Kleidung, die nicht mehr zu retten ist, gehört nicht in den Müll, sondern in die Altkleidersammlung. Denn die Fasern können recycelt und z. B. zu Putzlappen oder Dämmstoffen verarbeitet werden. 

Für Auskünfte steht die Umweltberaterin, Gabriele Maxisch, telefonisch unter 05651 3024751 oder per Email gabriele.maxisch@werra-meissner-kreis.de gerne zur Verfügung.