Werbung
Artikelfoto Foto: Privat

Steinrode nur noch einmal monatlich zugänglich – Ehrenamtliche dringend gesucht

Das mittelalterliche Modelldorf Steinrode hatte in der Vergangenheit etwa von Mitte März bis Mitte Oktober bis auf wenige Ausnahmen jeden Sonntag geöffnet.

In dieser Saison, 2023, wird Steinrode erstmals nur noch einmal im Monat für alle zugänglich sein, da das verbliebene kleine Team nicht mehr schafft.

Für die Haupt- und Ehrenamtlichen von Libellula war es ein immer größerer Kraftakt, die regelmäßigen offenen Sonntage zu stemmen. Besucher*innen ist natürlich nicht bewusst, wie viel Arbeit in so einem Öffnungs-Sonntag steckt. Wenn sie in Steinrode einen schönen Sonntag verbringen möchten, sollen sie sich darüber auch gar keine Gedanken machen, sondern den Tag genießen. 

Aber es ist halt so: Aktionen müssen vorbereitet, Lebensmittel eingekauft, Kuchen gebacken werden. Das Team beginnt sonntags um 9 Uhr mit den Vorbereitungen, damit um 11 Uhr, wenn sich vorn der Schlüssel im großen Schloss dreht, für die Gäste alles bereit ist. Wird um 17 Uhr wieder geschlossen, haben die Helfer*innen noch gut eine Stunde mit Aufräum- und Reinigungsarbeiten zu tun. 

28 Sonntage waren es in der vorigen Saison.  Das war eine immense Leistung unserer Ehrenamtlichen. Nach so einem Sonntag ist man rechtschaffen erschöpft, jeder dieser Tage bringt aber auch viele schöne Begegnungen, Begeisterung, die ansteckt, viel Kinderlachen und regen Austausch.

Dem Verein Libellula ergeht es, wie vielen anderen Vereinen auch: Die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen und es auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit auszuüben, lässt nach. Wann immer „Altgediente“ ausscheiden ist es schwierig, Neue zu gewinnen. Wohin man blickt, werden Ehrenamtliche gesucht. Dieser Trend ist durchaus besorgniserregend: All die Vereine ringsum leisten mit ihren Angeboten einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft. Das mag wie „Sonntagsrede“ klingen, ist aber ernst gemeint: Ob im Sport, in der Bildung, im sozialen oder auch im medizinischen Bereich - überall werden mit Hilfe von Ehrenamtlichen Lücken gefüllt, die das staatliche System nicht schließen kann.  

Eine zeitlang schafft man es, mit einer Rumpfbesatzung den regulären Betrieb aufrecht zu erhalten – bis der Kipppunkt erreicht ist. Es mag sein, dass Viele das Mittelalterdorf nur als Ausflugsziel bei einem Spaziergang im Kaufunger Wald wahrnehmen. Es ist aber viel mehr als nur das: Ein Lernort außerhalb von Schule, wo Kinder und Jugendliche mit der und in der Natur Neues buchstäblich begreifen können. Vieles, was die Kinder im Mittelalterdorf ausprobieren, tun sie hier zum ersten Mal in ihrem Leben. Wer einmal erlebt hat, wie ein Kind mit stolzgeschwellter Brust sonntags den Großeltern „seine“ Lehmmauer zeigt, braucht keine wissenschaftliche Studie, um zu erkennen, wie wichtig solche Erfahrungen für die Kinder sind. 

Neue Mitstreiter*innen kann der Verein Libellula in vielen Arbeitsbereichen gebrauchen: Angefangen bei der Vorstandsarbeit über Mithilfe bei den regelmäßigen Pflege- und Instandhaltungsarbeiten im Dorf bis hin zur Besucher*innenbetreuung jedweder Art. 

Handwerkliche Fähigkeiten, ein Händchen für Bürokratisches, Kreativität – mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten kann man sich im Verein einbringen. Der Respekt vor der Natur sollte jedoch immer dabei sein. 

Mitglied werden kann man ab 10 Euro im Jahr.