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„Transformation in eine klimaneutrale Zukunft“

Teilnahme an EU-Programm kann Umsetzen von Zielen in Göttingen begünstigen

Bis 2030 klimaneutral werden – das hat der Rat der Stadt beschlossen. Für die Herausforderungen, die sich auf diesem Weg stellen, hat Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ein Klimabudget aufgestellt, das mehr als 13 Millionen Euro umfasst. „Unsere Klimaschutzziele sind ambitioniert. Deshalb müssen wir jetzt die notwendigen Weichen stellen, um sie zu erreichen“, unterstreicht die Oberbürgermeisterin in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. „Klimaschutz kostet Geld. Mit dem Klimabudget zeigen wir transparent, was finanziell für den Klimaschutz drin sein muss, um die Maßnahmen und Projekte auch umzusetzen.“


Sechs neue Stellen in der Verwaltung 

Die im Klimabudget zusammengefassten Ansätze bilden einen bunten Strauß an Maßnahmen und Projekten ab und berücksichtigen Sofortmaßnahmen wie Leitprojekte, die im Klimaplan Göttingen 2030 festgelegt worden sind. Allein im Referat für nachhaltige Stadtentwicklung sind für die Betreuung von 14 Sofortmaßnahmen und sechs Leitprojekten, die noch in 2022 starten sollen, knapp 460.000 Euro vorgesehen. Den größten Anteil daran hat mit 225.000 Euro der Klimafonds, mit dem Klimaschutzinvestitionen der Göttinger und Göttingerinnen gefördert werden sollen. „Wer Klimaschutz will, muss auch das notwendige Personal bereitstellen“, stellt Broistedt fest. Daher sollen für Klimaschutz und Klimaanpassung in unterschiedlichen Fachbereichen der Verwaltung insgesamt sechs neue Stellen geschaffen werden. Der Haushalt 2022, heißt es weiter, soll die Transformation in eine klimaneutrale Zukunft einleiten und dafür vor allem auch die personellen Voraussetzungen schaffen.

Bewerbung für EU-Programm 

Nur wenige Tage nach der Aufstellung des Klimabudgets, hat Göttingen die Bewerbung für eine Teilnahme am EU-Programm „100 klimaneutrale und intelligente Städte“ bekannt gegeben. Wird die Stadt im Wettbewerb berücksichtigt, kann sie sich auf Unterstützung auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2030 freuen. Unterstützt wird die Bewerbung von der Uni Göttingen sowie vom niedersächsischen Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies.

Menschen für Klimaschutz begeistern 

„Für Göttingen steckt in dem Wettbewerb die große Chance, die Strategie zur Klimaneutralität auszubauen“, unterstreicht die Oberbürgermeisterin in einem weiteren Papier aus der Stadtverwaltung. Göttingen bringe nicht zuletzt mit dem 2021 verabschiedeten Klimaplan Göttingen 2030 gute Voraussetzungen mit. „Wir wollen die Menschen in der Stadt für den Klimaschutz begeistern und uns gemeinsam der großen Herausforderung stellen, bis 2030 klimaneutral zu werden“, so Broistedt. Schnelles und umfassendes Handeln sei zum ausreichenden Eindämmen der Klimakrise nötig. „Wir wollen auch andere Kommunen bei der nötigen Transformation motivieren und als Vorbild dienen.“

Beim Klimaschutz Vorreiter sein

Werde Göttingen in das Programm aufgenommen, folge im weiteren Verlauf ein umfassender Prozess der Bürgerbeteiligung, erklärt Dinah Epperlein, Leiterin des Referats für nachhaltige Stadtentwicklung. Nur, wenn es gelinge, Menschen, Unternehmen und Einrichtungen vor Ort von der Notwendigkeit von Maßnahmen zu überzeugen, könne Klimaschutz gelingen. Göttingen biete, so Epperlein, aufgrund seiner langen Klimaschutz-Tradition, der sehr engagierten Bürgerschaft sowie der innovativen Forschungs- und Unternehmenslandschaft beste Voraussetzungen, um beim Klimaschutz Vorreiter zu sein. Im März wird die EU-Kommission die etwa 100 europäischen Städte für das Programm auswählen.

Nur klimaneutral, wenn alle mitmachen 

Hinter den ambitionierten Klima-Zielen verbergen sich gewaltige Herausforderungen, die es innerhalb kürzester Zeit zu meistern gilt. Nötig sind erhebliche Investitionen in städtische und private Infrastrukturen. Hierzu zählen die energetische Sanierung von Gebäuden, der Ausbau der erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmesektor oder die Umgestaltung von beispielsweise Straßen, um umweltfreundliche Verkehrsarten zu fördern. Ein breiter gesellschaftlicher Bewusstseins- und Verhaltenswandel sei unabdingbar, heißt es in der Mitteilung weiter. „Wir können nur dann klimaneutral werden, wenn alle mitmachen“, so Oberbürgermeisterin Broistedt. „Es geht ganz konkret darum, wie jede und jeder mit den Themen Energie, Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Ernährung, Konsum und Abfall zum Wohle des Klimas umgeht.“

Initiative aus dem Kreistag: Klimaschutzmanager

Initiativen zur Klimaneutralität kommen auch aus dem Kreistag. Hier möchte man Klimaschutzmanager in den Gemeinden installieren, um diese auf dem Weg zur landkreisweiten Klimaneutralität zu unterstützen. „Wir machen ernst beim Klimaschutz! Und wir nehmen die Gemeinden auf diesem Weg zur Klimaneutralität mit“, begründet Landrat Marcel Riethig die Initiative der Kreisverwaltung. Erste Kreisrätin Doreen Fragel führt weiter aus: „Wir haben als Landkreis eine Vorbildfunktion, und die nehmen wir wahr. Überall im Kreisgebiet soll Klimaschutz möglich sein – professionell, konkret und koordiniert.“